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Skifahren in den Dolomiten: Sella Ronda, Marmolada und Hüttenzugang

Die Dolomiten sind im Winter zwei Welten gleichzeitig: ein weltklasse Skigebiet, das zur Dolomiti Superski-Verbundzone gehört und über 1200 Kilometer Pisten umfasst, und ein hochalpines Gebiet mit ernsten Skitouren, Gletschern und Rifugi, die auch im Winter mit Steigeisen erreichbar sind. Diese Doppelnatur macht die Dolomiten für Skifahrer und Skialpinisten gleichermaßen interessant.

Sella Ronda: Das Pisten-Herzstück

Die Sella Ronda ist eine 26-Kilometer-Liftverbindung rund um das Sellamassiv, die über vier Pässe führt: Passo Gardena, Passo Sella, Passo Pordoi und Passo Campolongo. Sie gilt als eine der spektakulärsten Lifttouren der Alpen — nicht wegen der Schwierigkeit der Abfahrten, sondern wegen der Dolomiten-Kulisse, die sie auf beiden Richtungen bietet.

Die Runde wird in drei bis vier Stunden Skizeit absolviert (je nach Haltepausen); sie ist für Mittelklasse-Skifahrer problemlos machbar und bietet auf den Verbindungsabschnitten Blicke auf Sellatürme, Marmolada und Civetta. Rifugi entlang der Sella Ronda — darunter Rifugio Pisciadù (2587 m) am Passo Sella und Rifugio Salei (2681 m) am Pordoi — sind auch im Winter geöffnet und bieten warme Küche, Glühwein und Panoramaterrassen.

Marmolada: Der Gletscherberg

Die Marmolada (3343 m auf dem Punta Penia) ist der höchste Berg der Dolomiten und trägt den letzten bedeutenden Gletscher der Region. Der Marmolada-Gletscher ist durch den Klimawandel stark geschrumpft; er ist aber noch vorhanden und bietet im Winter und Frühling Gletscherskitouren.

Per Seilbahn von Malga Ciapèla ist die Bergstation Punta Rocca (3265 m) erreichbar — höchster Punkt im Dolomiti Superski-Verbund. Von dort führt eine Abfahrt zurück ins Tal über den Gletscher. Im Sommer ist die Marmolada der Ausgangspunkt für Hochtouren auf Punta Penia.

Rifugio-Netzwerk im Winter

Viele der Dolomiten-Rifugi sind auch im Winter geöffnet. Das macht Skitouren mit Hüttenübernachtungen zu einer attraktiven Alternative zum Liftskifahren. Einige Beispiele:

Rifugio Lagazuoi (2752 m): Im Winter per Seilbahn zugänglich; Startpunkt für Skitouren auf Lagazuoi-Gipfel und in Richtung Kleine Fanesalm. Im Winter oft ruhiger als im Sommer.

Rifugio Pisciadù: Auf der Sella-Hochfläche, über Klettersteig-Route im Winter; für geübte Skitouristen mit Steigeisen erreichbar. Traditionell bewirtschaftet, ruhige Winteratmosphäre.

Rifugio Averau (2413 m): Nahe der Cinque Torri, per Ski und Fell im Winter zugänglich; klassischer Ausgangspunkt für Skitouren in der Nuvolau-Gruppe.

Skitouren ohne Lifte

Neben dem Liftski gibt es in den Dolomiten eine Skitourenwelt, die die Liftinfrastruktur ignoriert. Klassische Skitouren führen auf Gipfel wie den Piccolo Lagazuoi (2778 m), die Nuvolau (2575 m) und den Monte Pelmo (3168 m) — alle über Hänge, die im Hochsommer Wanderwege sind und im Winter zu anspruchsvollen, aber erschließbaren Skitouren werden.

Für diese Touren gilt dasselbe wie für alle alpinen Skitouren: LVS-Gerät, Schaufel, Sonde sind Pflicht; Lawinenbulletin täglich prüfen; früher Aufbruch.

Dolomiti Superski: Das Liftsystem im Überblick

Das Dolomiti Superski ist mit 1200 Pistenkilometern und über 450 Liftanlagen das weltgrößte verbundene Skigebiet. Es umfasst zwölf Ski-Bereiche: Alta Badia, Arabba-Marmolada, Carezza, Cortina, Kronplatz (Plan de Corones), Ortisei/St. Ulrich, San Martino di Castrozza und weitere. Das Skipass-System ist vollständig vernetzt; mit dem Superski-Pass ist die gesamte Region abgedeckt.

Für Hüttenalpinisten im Winter ist das Superski-System nützlich: Man kann per Lift auf einen Pass fahren, die Skis abschnallen, weitermarschieren, und mittels Lift wieder talwärts. So lassen sich Rifugi erreichen, die per Fuß durch tiefen Schnee stundenlang wären.

Corvatsch und Sella: Die Dolomiten-Ikone als Höhenweg

Die Sella-Gruppe ist nicht nur die Kulisse der Sella Ronda — sie ist auch eines der wenigen freizugänglichen Hochplateaus der Dolomiten. Im Sommer ist das Plateau zu Fuß erreichbar; im Winter sind Touren auf die Sella-Hochfläche avancierte Skitouren. Die Rifugi auf der Sella — darunter das Rifugio Boè (2873 m) — bieten auch im Winter begrenzt Unterkunft für Alpinisten, die die Stille des Sellawidkurs-Gebiets suchen.

Schneebedingungen und beste Reisezeit

Die Dolomiten-Skisaison dauert typischerweise von Anfang Dezember bis Mitte April. Natürlicher Schnee ist am zuverlässigsten von Januar bis März; die Hauptsaison Weihnachten/Neujahr und Karneval sind die teuersten und belebtesten Perioden. Für Rifugio-Skitouren abseits der Piste ist März bis Anfang April ideal: guter Harsch am Morgen, lange Tage, ruhigeres Umfeld auf den Touren.

Auf der Karte erkunden

Rifugio Lagazuoi, Rifugio Pisciadù, Rifugio Averau und weitere Winter-Rifugi der Dolomiten sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Karte öffnen